Die UNO hat das Jahr 2017 zum internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus erklärt, ein Thema, das in Italien immer wichtiger genommen wird. Laut Bericht der Stiftung Univerde informieren sich nämlich 42% der italienischen Urlauber über die Nachhaltigkeit einer Tourismusstruktur, bevor sie ein Reiseziel wählen, und 75% nutzen für diese Recherchen Internet. Diese Tendenz hat in Italien auch zu einer Zunahme der nach ökologischem Konzept errichteten Strukturen geführt, die umweltfreundlich und auf den Schutz der natürlichen Ressourcen ausgerichtet sind. Hier einige besonders empfehlenswerte Gastbetriebe.

 

ALTO ADIGE/SÜDTIROL: ÖKO-CHALETS
AM SEE

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Das San Luis Private Retreat Hotel & Lodges liegt auf der Hochebene von Hafling (Avelengo) oberhalb der Stadt Meran (sanluis-hotel.com). Man erreicht die Anlage über eine private Waldstraße und wird bei der Ankunft von einem eindrucksvollen Anblick überrascht: Chalets spiegeln sich im See, und märchenhafte Häuschen auf 5 bis 10 Meter hohen Holzpfählen verbergen sich in einem Alpenpark und bieten einen einzigartigen Kontakt mit der Natur. Das Resort wurde in Einklang mit den Vorschriften der Bioarchitektur aus Mondholz unter Berücksichtigung der Mondphasen errichtet, um die Widerstandfähigkeit und positive Energie des Materials zu bewahren. Die Wände sind aus Lehm, die Böden aus Schiefer, und es wurden weder Metalle noch Nägel oder Schrauben verwendet. Die Heizung wird mit Hackgut und Holzspänen aus dem Wald befeuert, im Bio-Garten werden Gemüsesorten und Kräuter angebaut, die dann in der Küche und bei den Wellness-Behandlungen der Spa Verwendung finden.

 

TOSKANA:
IM PREISGEKRÖNTEN GUTSHOF

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Die Kulisse für den Agrotourismus Sant’Egle bildet die schöne Landschaft bei Grosseto (agriturismobiologicotoscana.it). Vor langer Zeit befand sich hier eine Zollstation, die im 17. Jahrhundert den Reisenden zwischen dem Kirchenstaat und dem Großherzogtum Toskana als Raststätte diente. Inzwischen wurde der Gebäudekomplex in eine umweltfreundliche Struktur verwandelt, die vom WWF für seine Nachhaltigkeit und Bewahrung der Biodiversität als bester italienischer Agrotourismus-Betrieb ausgezeichnet wurde. Das Landgut bietet nur Platz für 18 Personen, denen geräumige Zimmer wie auch ein Pool zur Verfügung stehen, dessen Wasser mit natürlichem Meersalz aus der WWF-Oase in Trapani gereinigt wird. Zwischen den Bäumen sind Hängematten aus Stoff gespannt, die zu einer nachmittäglichen Siesta einladen. Auch Kurse zu den verschiedensten Themen dürfen nicht fehlen: die Zubereitung von Käse, Brot, Gebäck mit Sauerteig, der Anbau von Safran, die synergistische Landwirtschaft oder die Kunst, das Pflanzenwachstum der Natur zu überlassen – mit Unterricht im Bio-Garten.

 

MARKEN: EIN WINKEL JAPANS
IN ITALIEN

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WabiSabi Culture ist ein Ryokan in San Genesio, also ein traditionelles Gasthaus im japanischen Stil in der Gebirgslandschaft Monti Sibillini (wabisabiculture.org). Es entstand dank der Bio-Restaurierung von drei Steinhäusern und präsentiert die klassischen Schiebetüren, die sich auf das erholsame Waldpanorama öffnen und in jeder Jahreszeit, aber auch Stunde um Stunde andere Farben und Formen offenbaren. Die Blumen im Zen-Garten werden von der Besitzerin gepflückt, um Tsuki-Leuchten zu gestalten – Laternen, die einen Hauch von Spiritualität verbreiten und ihren Schein auf die Reisstrohmatten werfen, auf denen man nächtigt. Die Zeit verrinnt gemächlich bei japanischen Aromabädern in Wannen aus Inoki-Holz aus dem Kiso-Tal, Zen-Atem-Meditationen und Seminaren über die Kunst der Teezeremonie. Nicht zu vergessen die Spaziergänge, die auf Kieswegen bis zu dem kleinen See führen, in dem sich die Nishikigoi tummeln.

 

SARDINIEN: IM ÖKO-HOTEL

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L’Agnata di De Andrè ist der ehemalige Wohnsitz des Sängers Fabrizio De Andrè und seiner Frau Dori Ghezzi (agnata.com). Heute beherbergt er ein Boutique-Hotel, dessen Fassade vollständig mit den Ranken einer Scheinrebe bewachsen ist – ein ökologischer Willkommensgruß für die Gäste, die sich in diesem „Stazzu“ aufhalten, einem alten Landhaus für Schäfer im Herzen dieses 150 Hektar großen Guts. Ein grünes Paradies mit Plantagen, Nutz- und Ziergärten, die von dem Liedermacher angelegt wurden, und zehn Zimmern, die den Namen von Pflanzen und Blumen tragen. Für die Gäste ein Speiseangebot mit Null-Kilometer-Produkten und ein Ausflugsprogramm für Fußwanderungen und Touren mit dem Mountainbike, bei denen man das Binnenland der Gallura erkunden kann.